Gabelstapler ist nicht gleich Gabelstapler - aber wie unterscheiden sie sich?

Der leidenschaftliche Staplerfahrer weiß: Kein Gabelstapler ist wie der andere! Hubhöhe, Antrieb, Bereifung – die Unterschiede sind vielfältig. Hier findest du die verschiedenen Staplertypen und Flurförderzeuge im Vergleich – und zwar unterschieden nach:

Gabelstaplerart

Die Auswahl eines Gabelstaplers ist abhängig von mehreren Faktoren: In welchem Bereich soll er zum Einsatz kommen? Wie sieht der Einsatzort bzw. der Untergrund aus – wird im Freien gestapelt oder in einer asphaltierten Halle? Welche Lasten sollen getragen werden und welche Größe hat die Ware? Diese Fragen müssen beantwortet werden, um den richtigen Staplertyp zu finden. Doch welche Gabelstaplerarten gibt es überhaupt?

Hubmaststapler – Der Klassiker

Mit dem Hubmaststapler liegst du richtig, wenn du einen Allrounder suchst. Markantes Merkmal: Das Hubgerüst befindet sich an der Front des Fahrzeugs (wie Kleopatras Nase).

  • Bildet das Eigengewicht des Staplers das Gegengewicht zur transportierten Last, wird er auch Gegengewichtsstapler genannt. Klingt logisch – ist es auch!
  • Wird die Last frontal aufgenommen, freitragend transportiert und frontal abgesetzt, wird er auch Fronstapler oder Frontmaststapler genannt. Du siehst: Das Ganze hat System.
  • Allrounder: Mit dem Hubmaststapler kannst du in unterschiedlichen Einsatzbereiche etwas vom Stapel lassen (oder auf den Stapel heben).
  • Pimp your Stapler: Anbaugeräte ermöglichen zusätzliche Flexibilität.

Schubmaststapler – Der Kompakte

Enge Lager, schmale Gänge: Zum Glück muss niemand abspecken, damit die Arbeit weitergehen kann – höchstens der Stapler. Ein Schubmaststapler ist die perfekte Lösung, denn diese Gabelstaplerart ist kompakt gebaut und erreicht hohe Hubhöhen.

  • Der Schubmaststapler erinnert an eine Giraffe: Die Last wird frontal aufgenommen und abgesetzt, liegt aber während des Transports teilweise hinter der Radbasis zwischen den Rädern (also wie bei einer Giraffe, die den Hals nach vorne reckt, um an saftige Blätter zu kommen, ihn zum Kauen aber über den Körper zurückzieht). Der Vorteil: Dadurch ist ein geringeres Gegengewicht notwendig, der Schubmaststapler kommt mit einer kompakten Größe aus – oder hast du eine Giraffe beim Fressen schon mal umkippen sehen?
  • Einsatz auf engem Raum möglich, daher ideal für Hochregallager, Logistikzentren, Kühlhäuser.
  • große Hubhöhen möglich (wie eine Giraffe eben).
  • kleine Räder: ebener Untergrund erforderlich (hier stößt der Vergleich an seine Grenzen).
  • Mastschwingungen bei großen Hubhöhen: verlängerte Wartezeit beim Ein- und Auslagern.
  • etwas langsamer als Hubmaststapler.
  • Einschränkung der Sicht bei Drei- oder Vierfachmasten.
  • Sonderform: Schmalgangstapler.

Quersitzstapler oder Seitenstapler – Der Flexible

Der Quersitzstapler bewegt sich durchs Lager wie ein Krebs zwischen den Kieseln am Strand: Hier werden die Lasten seitlich aufgenommen. Dieser Staplertyp eignet sich ideal zum Transport langer Stückgüter und für den Einsatz in Lagern mit schmalen Gängen.

  • Beim Quersitzstapler wird die Last seitlich aufgenommen, transportiert und abgesetzt.
  • platzsparende Bauweise: Das Hubgerüst wird zum Transport eingefahren.
  • Sicherheit & Komfort: Durch den quer angebrachten Fahrersitz hat der Fahrer die Last beim Aufnehmen und Absetzen im Blick
  • optimal für den Transport langer Frachtstücke und für den Einsatz bei schmalen Gängen & Toren

Vierwegestapler – Der Mobile

Rangieren auf engstem Raum? Kein Problem für den Vierwegestapler! Dank der Bauweise dieser Staplerart sind aufwendige Rangiervorgänge nicht mehr nötig.

  • Der Vier- oder Mehrwegestapler ist ein Quergabelstapler mit schwenkbaren Rädern. Zwar nicht ganz so grazil wie eine Ballerina, aber immerhin fast!
  • Die Last wird frontal aufgenommen und abgesetzt. Sie befindet sich beim Transport innerhalb der Radbasis. Dass das Platz spart, wissen wir ja mittlerweile.
  • Vierwegestapler: Drehung der Räder um 90 Grad möglich.
  • Mehrwegestapler: beliebig schwenkbare Räder.

Antriebsart

Gabelstaplertypen unterscheiden sich natürlich ebenfalls hinsichtlich ihrer Antriebsart. Auch hier kommt es wieder auf einige Faktoren an: Welche Traglast soll auf welchem Untergrund transportiert werden? Daraus resultiert folgende Übersicht:

  • Antriebsart

  • Tragfähigkeit
  • Einsatzbereich
  • Anschaffungskosten
  • Abgasproduktion
  • Geräuschemission
  • Wartungskosten
  • Einsatzbereitschaft
  • Diesel

  • +++
    Tragfähigkeit
  • nur Außenbereich
    Einsatzbereich
  • Anschaffungskosten
  • +++
    Abgasproduktion
  • +++
    Geräuschemission
  • ++
    Wartungskosten
  • jederzeit dauerhaft
    Einsatzbereitschaft
  • Gas

  • ++
    Tragfähigkeit
  • im Außenbereich, bei guter Belüftung auch im Innenbereich
    Einsatzbereich
  • Anschaffungskosten
  • +++
    Abgasproduktion
  • +++
    Geräuschemission
  • ++
    Wartungskosten
  • jederzeit dauerhaft
    Einsatzbereitschaft
  • Elektro

  • +
    Tragfähigkeit
  • eher Innenbereich
    Einsatzbereich
  • €€
    Anschaffungskosten
  • -
    Abgasproduktion
  • -
    Geräuschemission
  • -
    Wartungskosten
  • abhängig von Akku (Ladezeiten)
    Einsatzbereitschaft

Radanzahl

Man kann Staplertypen auch hinsichtlich ihrer Radanzahl kategorisieren. Die Radanzahl wird durch den Einsatzbereich, die Traglast und das Platzangebot bestimmt.

3-Rad-Gabelstapler

Der 3-Rad-Gabelstapler ist ein echter Hochstapler, denn: Er hat gar keine drei Räder, sondern vier!

    • zwei Vorderräder
    • Zwei Hinterräder sitzen direkt nebeneinander und bilden einen drehbaren Punkt – so kommt auch der Name 3-Rad-Gabelstapler zustande
    • kompakt
    • kleiner Wendekreis
    • Tragfähigkeit bis ca. 2 t

4-Rad-Gabelstapler

Der 4-Rad-Gabelstapler mit vier echten Rädern bringt dir mehr Stabilität beim Manövrieren.

  • zwei Vorderräder
  • zwei Hinterräder
  • kompakte & große Modelle
  • größerer Wendekreis
  • Tragfähigkeit bis über 5 t
  • höhere Fahrstabilität

Bereifung

Auch durch die Wahl der Reifen werden Stapler kategorisiert. Diese ist abhängig von dem Einsatzort bzw. dem Untergrund und dem Gewicht der zu transportierenden Ware.

  • Bereifung

  • Dämpfung/Federung
  • Tragfähigkeit
  • Einsatzbereich
  • Wartungsaufwand & Pannenanfälligkeit
  • Sonstiges
  • Luftbereifung

  • +++
    Dämpfung/Federung
  • +
    Tragfähigkeit
  • auch unebener Untergrund, z.B. Außenbereich
    Einsatzbereich
  • hohe Pannenanfälligkeit, regelmäßiges Prüfen des Reifendrucks notwendig
    Wartungsaufwand & Pannenanfälligkeit
  • geringe Punkt-/Bodenbelastung
    Sonstiges
  • Superelastikbereifung

  • ++
    Dämpfung/Federung
  • +++
    Tragfähigkeit
  • auch unebener Untergrund, z.B. Außenbereich
    Einsatzbereich
  • weitestgehend pannensicher
    Wartungsaufwand & Pannenanfälligkeit
  • -
    Sonstiges
  • Vollgummibereifung

  • -
    Dämpfung/Federung
  • +++
    Tragfähigkeit
  • vorzugsweise ebener Untergrund, Innenbereich
    Einsatzbereich
  • pannensicher, wartungsfrei
    Wartungsaufwand & Pannenanfälligkeit
  • hohe Laufruhe
    Sonstiges

Hubhöhe

Es kommt nicht immer auf die Größe an – in diesem Fall aber eben doch. Wenn du schließlich in einem Hochregallager arbeitest, hilft dir ein Stapler mit einer Hubhöhe von drei Metern nicht viel weiter. Einsatzbereich und die erforderliche Arbeitshöhe bestimmen hier, welchen Gabelstaplertypen du benötigst.

Niederhubwagen

Der „Kleine“: für bodenfreies Anheben von Lasten zum horizontalen Transport. Dazu gehören z. B. klassische Hubwagen.

Hochhubwagen

Der „Große“: erreicht Hubhöhen von bis zu sechs Metern. Dazu gehören die vorgestellten Gabelstaplertypen weiter oben, also die klassischen Gabelstapler.

Masttyp

Damit du auch in schwindelerregenden Höhen Stapeln kannst, benötigst du einen Stapler mit dem richtigen Masttyp.

Einfachmast (Simplex)

  • Hubhöhe: ca. 2 m

Zweifachmast (Duplex)

  • innerer Fahrmast: teleskopartiges Ausfahren des Hubschlittens über die Rahmenhöhe hinaus
  • Hubhöhe: bis ca. 6 m

Dreifachmast (Triplex)

  • selbes Prinzip wie beim Duplex, allerdings mit drei ineinandergeschobenen Mastprofilen
  • Hubhöhe: bis ca. 12,5 m

Staplertypen – welcher darf es denn sein?

Nun weißt du Bescheid und kannst die verschiedenen Staplertypen im Schlaf benennen! Falls nicht, kannst du dein Wissen auf dieser Seite immer wieder auffrischen. Auf jeden Fall reicht dein Know-how über die unterschiedlichen Gabelstaplerarten aus, um deine Kollegen und Kolleginnen in der nächsten Frühstückspause mächtig zu beeindrucken.

Jetzt bist du dran: Uns interessiert, welchen Gabelstaplertypen du am liebsten fährst. Verrate uns per Mail an info@staplerfahrer.de deinen Lieblingsstapler oder schreib uns auf unserer Staplerfahre.de-Facebookseite – wir freuen uns auf deine Nachricht und sind gespannt, welche Staplerart dein persönlicher Favorit ist!

Rauf auf den Stapler!

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