Die Batterie ist das Herzstück deines Elektro-Gabelstaplers – und darüber hinaus mit rund 30 Prozent der Anschaffungskosten eines Staplers auch die teuerste Komponente. In der Regel hält eine herkömmliche Blei-Batterie, die im Stapler am häufigsten verwendet wird, etwa 1.200 Ladezyklen und 6.000 Arbeitsstunden durch. Damit sie diese Lebensdauer auch tatsächlich erreicht, sind die regelmäßige Pflege und Wartung das A und O. Mit den folgenden Tipps sorgst du dafür, dass deine Batterie nicht frühzeitig schlapp macht!

Niemals unter 20 Prozent entladen

Akkustände unterhalb der 20-Prozent-Grenze solltest du unbedingt vermeiden. Bei dieser sogenannten Tiefentladung entstehen hohe Temperaturen, die weder deiner Batterie noch den übrigen elektrischen Komponenten deines Gabelstaplers guttun. Fällt der Akkustand unter diese Grenze, solltest du deinen Stapler dringend an ein Ladegerät anschließen.

Damit dieser Wert nicht während deiner Schicht unterschritten wird ist es wichtig, den Stapler am Vortag vollständig aufzuladen. Nur dann hat er genügend Power, dir während deiner Schicht gute Dienste zu leisten. Sollte dieser Fall doch mal eintreten, hast du im besten Fall eine Ersatzbatterie zur Hand – oder wechselst kurzerhand den Stapler.

Keine kurzen Zwischenladungen

Keine gute Idee ist es, den Gabelstapler in der Mittagspause für ein schnelles Aufladen ans Stromnetz zu hängen. Die Mittagspause ist dafür da, dass du ein wenig Kraft tanken kannst – dein Stapler braucht das nicht. Im Gegenteil: Wegen ihrer Bauweise sind Batterien wie eingangs erwähnt für etwa 1.200 Ladezyklen gut. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange die Batterie am Ladegerät hängt und wie viel Strom in dieser Zeit fließt. Jeder noch so kurze Ladezyklus reduziert die Zahl der verbleibenden Zyklen.

Aus Kostengründen ist es daher ratsam, jeden Ladevorgang vollständig auszureizen. Schließe also die Batterie bei 20 Prozent Restladung ans Ladegerät an und warte dann, bis sie voll aufgeladen ist. Um die Batterie nicht zu überlasten, solltest du sie nicht mehr als einmal pro Tag ans Stromnetz anschließen.

Regelmäßig den Wasserstand checken

Unser Tipp: Zu faul zum regelmäßigen Wasser- und Säure-Check? Bei Vlies- und auch Gel-Batterien gestaltet sich die Batteriepflege deutlich leichter! Die beiden Varianten sind geschlossene Systeme und verhindern, dass Gas austritt und Wasser und Säure verloren gehen – es muss also keine Flüssigkeit nachgefüllt werden. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Batterien dürfen diese allerdings nur zu 60 Prozent entladen werden, um mögliche Schäden zu vermeiden. Damit deine Batterie optimal funktioniert, musst du wöchentlich destilliertes Wasser nachfüllen, damit … Moment! Wasser bei einer Batterie? Klingt komisch, ist aber so! Um zu begreifen, warum der Wasserstand bei einer Batterie eine so große Rolle spielt, ist es wichtig, die grobe Funktionsweise einer Blei-Batterie zu verstehen. Jede Batterie besitzt zwei Elektroden, eine Anode (Minuspol) und eine Katode (Pluspol). Zwischen den beiden Elektroden befindet sich ein Elektrolyt (in diesem Fall Schwefelsäure), der mit Wasser verdünnt wird.

Bei Anschalten des Gabelstaplers sorgt ein chemischer Prozess dafür, dass das Wasser in der Säuremischung im Innern der Batterie in die Gase Wasserstoff und Sauerstoff gespalten wird. Durch diesen Vorgang verdampft ein kleiner Teil des Wassers und geht verloren. Damit die Batterie nicht beschädigt wird, muss die Säure-Wasser-Mischung in einem optimalen Verhältnis zueinanderstehen. Prüfe also mindestens einmal in der Woche, ob noch genügend Wasser in der Batterie vorhanden ist und fülle es bei Bedarf nach. Wichtig: Um den Stapler nicht zu beschädigen, darfst du nur destilliertes Wasser (also Wasser ohne Mineralien) bis zur Markierung nachfüllen. Den Säuregehalt solltest du ebenfalls etwa alle zwei Monate prüfen und bei Bedarf nachfüllen.

Überhitzen vermeiden

Zu hohe Temperaturen solltest du auf jeden Fall – wie bei der Tiefentladung – so gut es geht vermeiden. Gerade, wenn du an warmen Arbeitsplätzen im Einsatz bist oder du deinem Stapler stundenlang alles abverlangst, solltest du ihm regelmäßig kurze Pausen zum Abkühlen gönnen.

Hohe Temperaturen sorgen nämlich dafür, dass sich auf der Batterie Bleisulfit-Ablagerungen bilden, die wie kleine weiße Kristalle aussehen. Diese Ablagerungen sind völlig normal und entstehen durch den Prozess der Alterung, der aber durch hohe Temperaturen beschleunigt wird.

Die tägliche Einsatzprüfung nicht vergessen

Die tägliche Einsatzprüfung stellt sicher, dass du deinen Stapler gefahrenlos benutzen kannst – da darf natürlich auch die Batteriepflege nicht zu kurz kommen. Untersuche die Batterie daher auf äußerliche Schäden oder Verschmutzungen. Stellst du Verunreinigungen fest, kannst du diese selbst beseitigen – bei Sulfit-Ablagerungen solltest du aber einen Techniker dazu holen, um die Situation besser einschätzen zu können: Langt eine Säuberung oder muss die Batterie ausgetauscht werden?

Das richtige Ladegerät auswählen

Einer der wichtigsten Faktoren für eine lange Lebensdauer der Batterie ist das Zusammenspiel zwischen ihr und dem entsprechenden Ladegerät. Spart dein Unternehmen bei der Anschaffung des Ladegeräts kann es passieren, dass es hinterher umso teurer wird.

Um mögliche Fehler und Risiken bei der Batterie-Benutzung und -pflege bereits im Vorfeld zu verhindern lohnt es sich, in ein intelligentes Ladegerät zu investieren. Diese sind zwar in der Anschaffung sehr teuer, dafür bringen sie aber enorme Vorteile mit sich: Zustand, Alter, Ladestand, Temperatur – all diese Werte teilt dir das Ladegerät mit. Eine Über- oder Unterladung ist somit quasi ausgeschlossen.

Rauf auf den Stapler

Wenn du diese Tipps beherzigst stehen die Chancen gut, dass deine Batterie lange durchhält. Stellst du aber ein Problem fest oder bist dir unsicher, solltest du unbedingt einen Techniker zu Rate ziehen. Das Schrauben auf eigene Faust endet oftmals im Desaster – und gerade bei der teuren Batterie sollte das eher nicht passieren.

Rauf auf den Stapler!

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