Standsicherheit beim Gabelstapler

Wie du weißt, ist beim Staplerfahren im Lager deine Sicherheit und die deiner Kollegen mit das Wichtigste. Der Standsicherheit, also dem Zusammenspiel zwischen deinem Stapler und der Ladung, kommt vor diesem Aspekt eine wichtige Bedeutung zu. Beim Aufnehmen und Transportieren von Lasten willst du schließlich, dass dein Stapler sicher steht bzw. fährt und nicht nach vorne oder zur Seite kippt und dich und andere in Gefahr bringt. Welche Faktoren die Standsicherheit deines Staplers beeinflussen, erfährst du hier.

Lastabhängige und konstruktionsbedingte Faktoren

Die Beziehung zwischen der Last und deinem Gabelstapler kannst du dir wie eine Wippe vorstellen: Auf der einen Seite gibt es den Fahrzeugschwerpunkt, also den Schwerpunkt deines Gabelstaplers im unbeladenen Zustand, der bei den meisten Modellen in etwa unter dem Fahrersitz liegt. Dem gegenüber steht der Schwerpunkt der Ware, die du transportieren möchtest. Als Kippachse fungiert die Vorderachse deines Staplers. Entscheidend für die Standsicherheit ist der kombinierte Schwerpunkt von Fahrzeugschwerpunkt und Ladungsschwerpunkt. Je näher dieser – aus Fahrersicht gesehen – an der Vorderachse liegt, desto instabiler verhält sich dein Stapler und die Gefahr des Vornüberkippens steigt.

Die Standsicherheit ist maßgeblich von der Bauart bzw. Konstruktion deines Gabelstaplers abhängig: Ob du einen 3- oder 4-Rad-Stapler fährst macht einen großen Unterschied, da die physikalischen Gegebenheiten verschieden sind. Sei dir also stets bewusst, welches Modell du gerade fährst. Bedenke außerdem, dass Anbaugeräte den Fahrzeugschwerpunkt verändern und somit für eine verminderte Traglast sorgen können!

Symmetrische vs. asymmetrische Ladung und Hubhöhe

Doch woher weißt du eigentlich, wo der Schwerpunkt deiner Ware liegt? Die Berechnung bzw. Einschätzung des Ladungsschwerpunktes ist bei symmetrischen und einheitlichen Waren relativ simpel: der Schwerpunkt befindet sich in der Mitte der Ware. Bei einer asymmetrischen Ladung fällt das schon schwerer – hier solltest du darauf achten, dass der Lastschwerpunkt gekennzeichnet ist (z.B. mit einem Kreuz), bevor du die Ware aufnimmst.

Für die Standsicherheit ist die Hubhöhe der Ware ebenfalls von großer Bedeutung. Je höher du die Last hebst, desto mehr verlagert sich der Schwerpunkt nach vorne. Achte also darauf, die Ware vor dem Losfahren so weit wie möglich abzusenken und möglichst nah am Hubmast zu lagern – auch das erhöht die Standsicherheit. Achtung: Wenn die Ladung zu schwer zum Transport ist, komm auf keinen Fall auf die Idee, mit Gewichten oder Kollegen das Gegengewicht zu erhöhen – hier steigt die Unfallgefahr! Fahre stattdessen zweimal oder nutze einen anderen Stapler, um die Ware (und dich) heil ans Ziel zu bringen.

Du fragst dich, woher du weißt, welche Traglast du transportieren kannst, ohne den Stapler zum Kippen zu bringen? Eine ausgetüftelte Berechnung der Standsicherheit musst du nicht durchführen – Auskunft darüber gibt dir das Lastdiagramm, das in jedem Stapler zu finden ist. Hier siehst du, welche Last du in Abhängigkeit zum Abstand zur Kippachse transportieren kannst.

Seitliche Kippgefahr minimieren

Neben der Vorderachse gibt es beim Gabelstapler noch zwei seitliche Kippachsen – schließlich kann dein Stapler bei Überladung auch nach rechts oder links zur Seite kippen. Transportiere schwere Ladung daher stets zentral und nicht zu weit außen auf der Tragfläche.

Beachte außerdem, dass es einen Unterscheid zwischen der Standsicherheit und der dynamischen Standsicherheit gibt. Nur, weil dein beladener Stapler in Parkposition sicher steht, bedeutet das nicht, dass er während der Fahrt nicht kippen kann. Beim Transport wirken auf den Stapler und die Ladung viele dynamische Kräfte, die die Standsicherheit beeinflussen. Fahre also nicht zu schnell, beschleunige nicht zu heftig und nimm Kurven nicht zu eng.

Rauf auf den Stapler

Nun weißt du Bescheid: Achte darauf, deinen Stapler durch kluge Lastenaufnahme – und Verteilung und die oben genannten Maßnahmen nicht zum Kippen zu bringen, um die Ladung sicher von A nach B zu bringen. Um Kippunfälle zu verhindern, entwickeln einige Staplerhersteller mittlerweile automatische Systeme, die das Tempo bei einem gewissen Lenkradeinschlag automatisch anpassen. So wird die Gefahr eines seitlichen Umkippens minimiert. Dennoch: Wenn du dich regelkonform verhältst und vorausschauend fährst, stehen die Chancen gut, unfallfrei zu Stapeln – du hast es selbst in der Hand!

Rauf auf den Stapler!

Interessante Stellenangebote als Staplerfahrer warten auf Dich.

Wie hat euch unser Beitrag gefallen? Wir freuen uns über Feedback!

Menü